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nichts ist so alt wie das geld von gestern!</title>
<start>was haben
sie nicht alle gemeckert, gewimmert und gejammert: /dieser schreckliche
euro. unsere gute, liebe, alte d-mark! davon habe ich mir meinen ersten
mercedes gekauft. und jetzt soll alles zuende sein? ich kann das nicht
glauben! ich will das nicht glauben./
<p>
fakt ist jedoch, dass man jetzt schon allerorts auf eine büroktratische
altwährungverweigerung stösst, wie man sie sich entsprechend
zu zeiten der wi(e)dervereinigung gewünscht hätte. ähnlich
wie einst im november geht auch diesmal alles snaps-zack.
<p>
gestern noch traute sich keiner mehr ohne der deutschen liebste mark
aus dem haus zum schrippenholen und heute schon formiert sich auf dem
wochenmarkt der kollektive abstand zum einst geheilgten zahlungsmittel:
/d-mark neh´m wa nich mehr! hammse keene euro?/
ein blick spricht tausend flüche. ein gefühl wie irgendwie
gerade dabei ertappt worden zu sein, wie man mit falschgeld bezahlen
will, drängt sich auf. knapp zwei wochen nach einführung des
währungsweichspülers euro und knapp anderthalb monate vor
der verrentung der altmark habe ich die hosen voller hartes und kann
trotzdem nix dafür kaufen. so muss sich die omma gefühlt haben,
als es nach'm kriech ... und wir dann mit'm bollerwagen über' zugefrohrenen
see .. und die russen im nacken ... , na egal ...
<p>
der notstand an klingender neumünze treibt mich zu jemandem, der
sich angeblich damit auskennt: meine bank. satte 15 cent kostet mich
der der luxus altgeld einzuzahlen und neugeld abzuheben. /nunja,
das ist ja schliesslich ein service von uns für sie!/"
hä? wer wollte den euro? meine bank oder ich?! ein direkttausch
ist natürlich aus gründen der blütenbekäpfungskampagne
der banken und regierung nicht drin. ausserdem, wer sollte sonst ramschladen
saturn den ganzen comsumer-electronics-schrott abnehmen, wenn nicht
die dunkle-konten-anleger und leute, die ihr geld eher schwarz als weiss
verdienen? ja, das hamse sich fein ausgedacht.
<p>
das frischgeld macht sich eher klein an der börse. in meiner geldbörse
erst recht. beim blick auf den gehaltsstreifen beschleicht mich der
gedanke, als habe man mit der einführung der euro-kröten auch
gleich das deutsche lohnniveau gesamtosteuropäisch nach unten abgeglichen.
einmal schlucken hilft. da wird der jeder cent nochmal umgedreht. und
nicht nur um zu gucken, welchen wert er hat. niemand hat sich gedanken
gemacht, wie der deutsche durchschnittsintelligente durchschnittarbeitnehmer
das verkraftet, plötzlich auf halben lohn bei doppelter kaufkraft
(bei ohnehin schon doppelten überstunden) gesetzt zu werden. das
will erstmal mental und kopfrechentechnisch verkraftet sein!
<p>
sollte allerdings die geldtauschbedingte preisgestaltung des marktes
- sprich die aufrundung auf schöne, glatte euro-beträge nach
oben - anhalten, kann man sich die ohnehin mit einer teuerung von 2%
behaftete umrechnung 1 euro = 2 dm bald doppelt sparen.
soviel zur ex-mark.</end>
<author>
©h.p.| 20/01/2002</author>
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