<title>hallo,
echo!</title>
<start> ach
ja,, gerade, wo ich die diesjährige echoverleihung sehe:
<p>
was für eine verquaste und perfide veranstaltung ist das geworden!
angefangen von frauke /bin-ich-mit-prommies-im-bild?/
luderwick: stumpfe ansagen, so lebendig, wie spontan.
<p>
der regierende bürgermeister
berlins legt noch pennälermäßig für die /besten
nationalen newcomer/ nach und macht
die loveparade (spricht sich: loafpärät) zur lafparade (parade
nicht englisch gesprochen, sondern leidkulturverdächtig deutsch;
alaaf-parät in köln gefeiert?), äh loof-parade (erster
teil barlina dilekt, zweiter teil wieder schrecklich-deutsch!). den
einzigen satz in seiner absolut mitreißenden und ultaspontanen
rede, den ihm wohl niemand soufflieren musste, ist /... und das
ist auch gut so./ da scheint routine aufzukommen. auch beim applaudierenden
publikum.
<p>
auffällig, was dj tomekk doch für ein vollspack ist: mützengesichtigt
und mit verblüffender ähnlichkeit zu mainzelmännchen
bert vom zdf [sie erinnern sich?]
beugt er sich achtzigjährig anmutend über das mikro und tönt:
/ey, give props to bürgermeister! wenn
wir schon einen haben, dann feiern wir ihn auch!/
wieso? gab's vorher keinen? nicht das das in berlin auffiele. muss dj
vollshrek wohl was versäumt haben. bei der letzten wahl. wahrscheinlich
hat ihm am wahlabend jemand die mütze zu weit über den kopp
gezogen. oder die unterhose zu weit hoch. egal.
<p>
in zukunft reicht es weiterhin nur fünf bands einzuladen: vier
davon bro´ses [namensgebung indiziert
hier womöglich fälschlicherweise die mischung aus backstreet
boys und guns 'n' roses?], no angles
und andere rtl 2-clo[w]ns)
denn mehr als die gleichen fünf in variation werden in egal welcher
kategorie sowieso an diesem abend nicht vorgeschlagen. außerdem
ist dann auch mehr zeit die ganzen sponsoren noch mal zu nennen. bei
fritz!fm verhaspelt sich der wowibär [nicht
mit dem bären aus /schmidteinander/ zu verwechseln. der hieß
/fotzibär/] übrigens nicht,
auch wenn er das gleich dreimal hintereinander sagen muss. fritz!fm.
fritz!fm. fritz!fm.
<p>
was macht sasha bei /new international metal/?
das einzig bei ihm zu entdeckende metall ist doch wohl das, der zahnspangen
bei den teenies in seinen konzerten. aber warum nicht mal mit linkin
park und limp bizkit listen. fällt doch eh keinem mehr auf. sasha
ist zudem so wenig newcomer wie die blizkits oder rrrrrammstein, dafür
aber mindestens so international wie rudi karell. letzterer war überraschenderweise
aber nicht vorgeschlagen worden und erhielt folglich erstaunlicherweise
auch keinen echo. sasha schon. wenn auch in einer anderen kategorie.
welche? keine ahnung! hab ich vergessen. wahrscheinlich sekundenschlaf
oder televisionär indizierte narkolepsis. ist aber eh egal (s.o.).
ulkig auch dj popo als /bester künstler
national/: und ich dachte immer der
/echo/
sei eine deutsche kaminsimmsverziehung und dj bobo baumeister schweizer.
wer hätt's gewusst?!
<p>
xavier naidoo, zum schwarzen [zumindest stark
angedunkelten] zwillingsbruder von
guido westerwelle mutiert - nur hat letzterer die besseren anzüge,
naidoo dafür das glattere profil. aber nur im gesicht. westerwelle
dafür eher politisch! - meint: /hier
hat hipp hopp was bewegt!/, als er
über die frischgegründete antirechts-stiftung der dunkelgrauen
[englisch: black]
panther für deutschland sinniert. stimmt gar nicht, denn in puncto
hipp hopp bewegen weder tomekk und young delay noch irgendwas, irgendwen
oder irgendwann irgendwo. sammy deluxe, der schließlich mit dem
preis /echo der kategorie bester hipp hopp/
[zwischenfrage: geht das echt wirklich nicht
mehr besser?] abzog, erinnerte mit
mützchen und zebra-t-shirt verdammt an /carlson
vom dach/. auch hier bedankte sich
die domestizierte und zahnlose possie wieder brav mit hofknicks bei
den lieben sponsoren, plattenbossen und produzenten. zu allem übel
musste man xn [das akronym steht in der chemie
übrigens für /reizend und
gesundheitsschädlich/]
dann auch noch singen lassen. das schmerzte.
<p>
ebenso schmerzte in loddar späths laudatio auf catharina valente
das /... mehr als 50 jahre vorbild für
die jugend/. erstens: was ein gestandener
ostthüringer präsident ist, der kneift auch nicht, wenn's
darum geht das wahre alter einer grand dame der unterhaltung zu verpfeifen
und zweitens fragt man sich, was für lebensverlängernde maßnahmen
die valente wohl reingepfiffen haben mag, wenn man bereits 50 jahre
lang ein jugendvorbild ist.
<p>
/die toten hosen/,
ehemals punkband, kamen da gerade richtig, um auf der beerdigung des
deutschen pop die gebrauchsanweisung [oder
eher das credo?] zum besuch der echoverleihung
zu verteilen: /kein alkohol ist auch keine
lösung!/ wie wahr, wie wahr!
an die beherzigung dieses ratschlages hätte sich so mancher verleihende,
verliehene und verladene ruhig halten dürfen. die wahren größen,
wie robbie williams und destiny' s child waren eh alle unter androhung
eines echos zuhause geblieben. gut getan!
</end>
<author>
©h.p.| 03/12/2002</author>
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