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ich werde berühmt</title>

<start>heute morgen, gleich nach dem aufstehen stand sie da, glasklar und sprudelnd wie felsquellwasser [vermutlich geroldsteiner] auf meinem nachttisch. die idee nämlich, ab heute alle anstrengungen zu unternehmen, berühmt zu werden. irgendwie. nachdem ich bisher nicht all zu viel auf die reihe bekommen habe, stellt dieses vorhaben eine erste, ernste alternative zur einschreibung ins arbeitslosenheer dar. getreu dem ami-sprichwort: heute ist der erste tag vom rest deines lebens! [nie /american beauty/ gesehen?]. pack's an, mann!
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der erste überschwang dieser idee wurde fragend nach dem /wie/ erlegt? der beste einfall: fernsehen. fernsehen kommt eigentlich immer gut und wer im fernsehen ist, ist eigentlich schon auf der leiter, die straight zum sprungbrett des erfolgs führt. ein beispiel? gerne. kai pflaume zum beispiel. einmal kurz nach dem rübermachen in /herzblatt/ aufgetreten [diese frisur und die cowboystiefel!] und - schwups! -. schon im fernsehen. gleich mit eigener show usw. allen unkenrufern [/jetzt machen die größten pflaumen schon fernsehen!/] den finger gezeigt! respekt! müsste man doch selbst auch hinbekommen.
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als gast bei schrei - und zeterschows, wie /die dicke bärbel kiesbauer am mittag/ oder so, wären auch nicht schlecht. klingt nach sanftem einstieg in den aufstieg. hm. oder doch nicht?! eigentlich kenne ich keinen, der damit je dem olymp des erfolgs erklommen hätte. eigentlich kenne ich gar keinen, der jemals da aufgetreten ist. vielleicht auch besser so, denn so was ruiniert mit sicherheit später mal die karriere. /wir erinnern uns an ihre frühen jahre, als sie bei xyz zum ersten mal zum thema 'nackt und extrem pervers im internet - na und?!' diskutierten .../, höre ich da schon den beckmann chronologisieren. nach so was kann man dann wohl einpacken und bestenfalls noch zum provinzrundfunk gehen oder zu /big brother/. festzuhalten bleibt aber, dass man mit leute-beschimpfen ordentlich kasse machen kann. glauben sie nicht? irgendwann mal das /literarische quartett/ gesehen?
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apropos nacktaufnahmen. wäre ich heute morgen als frau aufgewacht, wären meine chancen gleich nochmal um 100%-punkte gestiegen: ich könnte nacktaufnahmen machen! angeblich ja der garant für popularität. sollten natürlich absolut seriös und /nicht von jedem gemacht!/ sein, sondern weil man das /total ästhetisch/ findet, oder so. geht allerdings auch nur, wenn man selbst ein steiles gerät ist. mit den massen (neue rechtschreibung!) von barbara salesch braucht man da gar nicht erst anzutanzen. na, vergessen wir das mal schnell wieder. /eine ariane macht noch keine sommer/, wie mein präferierter gyroslifereant immer sagt. auch nicht, wenn man(n) ne echte rakete ist.
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kolumnist oder feuilletonist (ist das korrekt?) wäre auch cool. soll man ja angeblich gut bei verdienen. wenn man's denn kann. klingt auch bestechend unstressig: ein mal in der woche am sonntagabend mal eben zwei din-a4-seiten zu einem populären thema voll schreiben: wm? teuro? riester-rente? - you name it! das hat man doch schon früher in der schule als bestes hingekriegt. /themenaufsatz/ hieß das da noch. immer gut abgeschnitten hab ich da bei der schilderung des schnödsten ferienerlebnisses. könnte ja sein, dass das gerade in der medialen verschnaufpause (gemeinhin: saure-gurken-zeit) wieder ein thema ist, das ganz vorn dabei ist.
und dann sich einfach zuhause zurücklehnen und auf die kohle warten. bräuchte man im grunde nicht mal für vor die tür. stichwort: neue medien! am rechner schreiben (evtl. unrasiert und am besten nackt), per email an die redaktion schicken, geld aufs online-konto und geld ausgeben im internet! easy as that. total trendy und wäre gegebenenfalls sogar noch zum mythos ausbaubar, wenn man gar nicht mehr vor die hütte kommt oder in erscheinung treten will, so halt mit pseudonym, verschleierter identität, aber immer die krassen texte reinreichen. da könnte man dann auch getrost mit etwas mehr schmackes [ah, da haben sie mich jetzt als echten westfalen ertappt!] in die vollen gehen und verbal richtig austeilen. weiß dann ja keiner, wo ich wohne. blöd nur, wenn's dann doch auffliegt. heutzutage ist ja alles schwer zu verheimlichen, außer man hat einen dicken ex-kanzler zum freund. der hält garantiert dicht!
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radio scheidet völlig aus. medientechnisch viel zu unpräsent. können sie jetzt noch die moderatoren aufzählen, die ihnen heute morgen noch die /besten hits der achtziger und neunziger und das beste von heute/ runtergeplärrt haben? ich auch nicht. interessieren auch keinen. radio kommt heute eh nur noch im auto zum einsatz, um sich nachts über die autobahnen dudeln zu lassen oder um die länger werdenden gesprächspausen mit der allerwertesten gattin auf der fahrt zu omma zu füllen. keine ausreichende medienpräsenz durchs radio also .
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im internet ziehen sie auch kein bit mehr aus dem modem, wenn's nicht um /sex/ oder /kostenlos/ geht. oder besser noch: beides zusammen. aber in jedweder hinsicht habe ich da eigentlich nix zu verschenken. im netz werden darüber hinaus auch nur hacker berühmt, die millionen von ottonormalsurfer-pcs mit ulkig [oh, ein wort aus meiner jugend] programmierten viren plätten. ist für mich auch nix, weil ich keinen blassen dunst habe, wie man viren programmiert. zudem scheint das fbi oder pentagon irgendwie bei der strafverfolgung immer schneller am drücker zu sein als man selbst am aus-knopf des rechners. riskanter job also - der des hackers.
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bleiben da wirklich nur die karrierepferde fernsehen oder literatur [im weitesten sinne] auf die ich als anfangdreissiger aufsatteln kann? scheint so. moderator der von mir erfundenen /arbeitslosen-show/ im zdf, zum beispiel. ca. 4 mio. potentielle kandidaten [werden mehr!], ebenso viele zuschauer [haben dicke zeit!]. inhalt: raten von arbeitslosenzahlen der vergangenen zwanzig jahre, berühmte erwerbslose [z.b. hitler, van gogh und ron sommer] á la dalli-klick, sozialfälle der welthistorie. das aber natürlich unter ständig gesteigendem alk-pegel. hauptpreis: noch zwei weitere jahre stütze im freizeit-park deutschland.
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oder aktion /arbeitslos/. jetzt in aktion /mensch, such dir mal arbeit/ umbenannt: hart arbeitende, aber gesellschaftlich minderbemittelte, fleischereifachverkäuferinnen machen einen spendenmarathon zu gunsten der zecken an der titte der wohlfahrt. auch denkbar: die /klischee-show/, am besten mit kandidaten durchweg südmediteranen einschlags, die - nachdem sie deutsche arbeitsplätze durch ihre billiglohnforderungen total vernichtet haben - ohne einkommen, mit dem sozialen einkaufsnetz, bei haitek-fredel satelitenschüsseln auf lebensmittelmarken kaufen gehen, während seine kinder auf den rasen des nachbarn sch ...
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vielleicht doch zu krass! hätte aber bestimmt hammer [also nicht hamm, wie die stadt, an der pforte des ruhrgebiets, sondern im sinn von megamäßig - ein so genannter ana-bohl-ismus] einschaltquoten.<br>
aus dem alter für sendefähiges material auf viva so-ein-bis-zwei, giga oder anderen hippen sendern für angehende diplom-legastheniker, bin ich leider [zum glück?] auch schon raus. schliessslich will man ja auch nicht wallraff-mäßig anfangen. ganz unten.
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ich sehe schon, ich bin auf dem besten wege zum aufbruch in meinen durchbruch [medial gesehen]. bleiben sie mir gewogen, geben sie auf sich acht, alles wird gut! guten abend, allerseits.<end>
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<ps>es ist übrigens eine irrige ansicht, es gäbe /nur ein rudi völler/. erstmal gäbe es korrekterweise nur einen rudi völler, aber selbst der ist auch nicht einzigartig, sondern wer mal das telefonbuch aufschlägt findet so zirka zweihunderfündundzwanzich davon. vorsicht also mit verallgemeinerungen! zu blöd übrigens, dass es auch /nur ein olli kahn/ gab. zwei im tor wären besser gewesen.</ps>

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©h.p.| 01/12/2001</author>