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reinhard mey</title>
<pretitle>
persönliche entTäuschung im jahr 2003:
reinhard mey.</pretitle>
seit vielen, vielen jahren - genauer gesagt schon
seit 1994 - war ich nun schon ein grosser fan des liedermachers reinhard
mey. warum nur? ja. warum nur?
<p>
nun, weil ich hinter dem bild des sehr gradlinigen und vertrauenswürdigen
berliner liedermachers auch einen ebensolchen privatmensch vermutete.
die texte seiner lieder sprechen den vielen hunderttausenden, die seit
jharzehnten fast alle zwei jahre seine konzerte besuchen und seine mehr
als 40 cds kaufen, aus tiefster seele. und: wie kein zweiter beherrscht
er es phantastische musik mit tiefgründigen texten zu verbinden.
so hatte ich mir jedenfalls gedacht.
<p>
mit viel mühe und engargement hatte ich mich über die jahre
- genauer gesagt seit 1997 - lange bevor es die platttenfirma [emi]
oder das management [graumann
gmbh, köln] für nötig gehalten haben - mit meiner
eigenfinanzierten fan-internetseite [www.reinhard-mey.info @ google,
yahoo,
altavista]
als /die/ infoseite zum liedermacher ethabliert. in der rangliste
der meistbesuchtesten seiten rangierte die meine auf platz 2 [hier],
gleich nach der erst 2000 ins netz gewebten offiziellen [www.reinhard-mey.de].
renommierte firmen wie eventim, gmx und amazon wollten sogar zeitweilig
werbung auf meiner page unterbringen. allerdings vereinbahrte sich das
nicht mit mit dem konzept, eine möglichst meinungsneutrale webseite
präsentieren zu wollen.
<p>
inzwischen wollten sogar mehr als 800 menschen den monatlichen newsletter,
und allein 2002 hatten über 9 mio. besucher meine seite besucht.
täglich frische infos mit radio- und fernsehterminen, presseinfos
usw. mein stolzes, kleines machwerk mit mehr als 400 unterseiten inhalt.
war es ein hobby? war es (m)eyne passion? das positive feedback der
besucher in chat, forum und gästebuch bestärkte mich in der
hinsicht, etwas sinn- und wertvolles zu tun.
<pretitle>
primitiv-schlag</pretitle>
und dann plötzlich anfang januar 2003 ein schreiben
der berliner anwaltschaft pillokat, die mich aufforderte umgehend meine
seiten und /aktivitäten/ einzustellen. als begründung
hiess es: /es werden auf ihren seiten inhalte und informationen
zu unserem mandanten [reinhard mey] zum jederzeitigen abruf durch dritte
bereitgestellt, die unser mandant [reinhard mey] nicht preisgegeben
haben will./ meineserachtens eine totschlagargument für jede
fanseite am netz.
<p>
eine genaue nachfrage ergab, dass es wirklich reinhard mey höchstpersönlich
war [?], der
diese seite geschlossen sehen wollte, keine geldgeile plattenfirma,
kein konkurrenz-fürchtendes management. man untersagte mir sogar,
die seiten unter einem anderen titel ins netz zu stellen und droht unmissverständlich
und massiv mit klage.
<P>
noch wochen zuvor zeigte sich mey im sfb begeistert von einer
gesendeten und von mir zusammengestellten /über den wolken/-kollage.
aber bereits einige wochen später erhielt ich sehr ärgerlich
antworten - unterschrieben von einer nicht existenten tina perleberg
- per fax
mit absender 'r.mey' auf simple anfragen - gerichtet an den offiziell
dafür zuständigen maikäfer
musik verlag.
<p>
es hätte mich auch schwer gewundert, wäre diese drohung vom
management ausgegangen, da ich die letzten tournee-backstagepässe
[foto]
und eine tourneedatenbank [foto]
in deren auftrag erstellt hatte.
[ach übrigens, falls ihr graumänner
das lest: die aufwandskosten von 800 euro bei 42 arbeitsstunden stehen
übrigens noch immer aus. sicherlich ein gewichtiger betrag, wenn
man mit dem erlös von 60 restlos ausverkauften veranstaltungen
2002 mit ca. 1000 - 2000 plätzen zu je 35 euro knapsen muss.]
<p>
mit einem von mir gefertigten flash [willichsehn]
wurde sogar bei gmx werbung für die letzte tour [rüm hart]
gemacht.<br>
bis zu diesem zeitpunkt also herrschte ein freundschaftlich, gutes klima
der kooperation und verständigung. nur zum meister selbst anscheinend
nicht.
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meyne
referenzen</pretitle>
dabei hatte er aus meiner sicht auch keinen grund zur klage: immerhin
stand ihm die seite mehr als wohlmeinend gegenüber [wozu macht
man wohl eine fanseite?!] und veröffentlichte keine details aus
seinem privatleben, die es nicht schon lang und breit in irgendwelchen
anderen quellen [z.B. dem munzinger archiv] gegeben hätte. es wurde
auch nicht kübelweise häme und spott über den künstler
ausgeschüttet, wie es auf anderen seiten im netz der fall war.
auch stand hinter der webseite keinerlei politische motivation, wie
z.b. bei den rechten mey-fans im netz [stichwort: rennicke,
'reinhard mey für rechtsaussen'], deren seiten natürlich ungehindert
- unter beobachtung des verfassungsschutzes - zugänglich sind,
obschon mey-texte stets gerne rechtsparteikonform umgearbeitet auf den
feierlichkeiten zum besten gegeben werden.
<P>
vielmehr fasste meine seite viele informationen zum sänger reinhard
mey nur zu einem sehr freundlichen bild des liedermachers zusammen [=
intention der seite?!]. immerhin hatten mir auch namhafte künstler
und freunde meys wie götz alsmann, wolfgang niedecken, thomas d.
und jürgen von der lippe freimütig kleine email/fax-interviews
gegeben. sicherlich haben sie das nicht ohne vorhergehende prüfung
der inhalte meiner seiten getan.
<P>
mit dem arrangeur und produzenten von mey, manfred leuchter, bestand
sogar ein nettes emailverhältnis, so dass ich anfänglich auch
ihm einen bereich der rm-homepage widmete bis er seine eigene
hatte. <br>
persönliche fragen das privatleben des mey betreffend waren dabei
natürlich von beiden seiten als strickt tabu vereinbahrt. auch
persönlich war ich zu keiner zeit an den liedermacher oder seine
familie herangetreten, so dass er sich hätte belästigt fühlen
müssen. vielmehr hatte ich auch viele anderen fans immer wieder
davon abgeraten, mit mey persönlich köntakt zu suchen.<br>
von sich aus nahm und nimmt mey niemals kontakt zu fans auf. ich kenne
keine person, die jemals auf einen persönlichen brief oder ein
geschenk ein nettes wort auf papier bekommen hätte [vergl.
hierzu vielleicht mal den text des lieds: /fünf gartennelken/,
balladen]. bis in die achtziger hinein beantwortete vielmehr
meys frau viele der fanbriefe auf oft unverständlich harsche art
- auch unter pseudonymen bis sie es dann gänzlich aufgab. fortan
trat mey schriftlich nur noch per anwalt in kontakt mit seinen fans.
<p>
umso bitterer die erkenntnis, dass hinter dem moralisch erhobenen stinkefinger
und vielzitierten /schlechten gewissen der nation/ ein ziemlich
kleinkarierter und engstirniger - und nicht zu vergessen: millionenschwerer
- mensch steht, dem es nicht zu peinlich ist, persönlich eine ihm
gewidmete fanseite verklagen zu wollen. mit der der sogen. /gartennazi/-affäre
hatte er sich im sommer 2002 ohnehin schon zum gespött der nation
gemacht. sprach da sein wahres ich?
<p>
es hätte sich ja durchaus möglichkeiten ergeben, mich wissen
zu lassen, was gefällt und was nicht, welche inhalte besser nicht
zu finden sein sollten usw. /es gibt keinen verhandlungsspielraum.
die seiten sind sofort vom netz zu nehmen/, hiess es immer noch
stereotyp begründungslos und unmisserständlich von seiten
der anwälte meys.
<p>
obschon ich evtl. aufgrund einer reihe von tatsachen vor gericht aussichten
auf erfolg gehabt hätte, riet mir ein guter anwalt, herr grubert
aus münster, von einem solchen langwierigen und teuren verfahren
ab, weil - so bemerkte er sehr richtig - /egal welchen ausgang dieses
verfahren nimmt, ob sie gewinnen oder verlieren, das ergebis wird das
gleiche sein: sie werden keinen spaß mehr daran haben eine fanseite
zu diesem künstler zu machen./ und so lernte ich, dass es
auch anwälte gibt, die ihren verstand und die berufsethik nicht
in der brieftasche aufbewahren. er hatte natürlich recht.
<pretitle>
fazit</pretitle>
leider nur hatte ich sechs jahre damit verbracht, um zu dieser erkenntnis
zu gelangen. und noch schlimmer: die häme allderjenigen, die es
immer schon besser gewußt haben wollen. ja, ja: ihr hattet recht
und ich nicht! toll! glückwunsch.
<p>
inzwischen ist denn auch keine andere mey-fanseite mehr am netz. teils
aus protest, teils aus
angst vor weiteren strafandrohungen. nach und nach haben sie leider
alle aufgegeben. nur hinter vorgehaltener hand wird manchmal noch diskutiert.
auch heute noch werden fans von meys anwälten aus dem netz gejagt.
ich finde das ...
<p>
ich selbst verkaufte
alle meinen rm-fankram und mehr
noch zum selbstkostenpreis bei ebay und kehrte dem privaten wie
dem künstlerischen mensch mey den rücken. fortan kümmere
ich mich um leute, die ein echtes angargement verdienen, wie der essener
sänger lukas schlattmann z.B.: www.radiolukas.de.<br>
meine ehemalige domain wird nun meistbietend durch eine penetrante us-werbefirma
verhökert, die die welt mit einer nie dagewesenen spam-flut überzieht.
viele spass beim klagen, herr mey!<br>
vielleicht sehe ich irgendwann mal zurück und denke: /war doch
ganz gut so./ .... wahrscheinlich aber nicht.
<p>
auch heute noch gibt sich reinhard mey auf /seiner/
webseite, seinen liedern und konzerten freundlich, volksnah, humorvoll,
kritisch, als echter menschenfreund und freigeist. aus meiner sicht
lässt sich aber leider nur noch feststellen: alles nur fassade
und attitüde, werter herr mey! der kaiser hat längst keine
kleider mehr an! deshalb: gute nacht, mein freund!<end>
<p>
<bruce springsteen>
/now sir you tell me the world's changed
once i made you rich enough
rich enough to forget my name./
<youngstown>
<reinhard
mey >
/ich hab sehnsucht nach leuten,
die mich nicht betrügen,
die mir nicht mit jeder festrede die hucke voll lügen,
und verschon' mich mit den falschen ehrlichen,
die falschen ehrlichen, die wahren gefährlichen!
ich hab´ sehnsucht nach einem stück wahrhaftigekeit,
nach ´nem bißchen rückgrad in dieser verkrümmten
zeit.
doch sag die wahrheit und Du hast bald nichts mehr zu lachen,
sie werd'n Dich ruinier'n, exikutier'n und mundtot machen,
erpressen, bestechen, versuchen dich zu kaufen.
wenn Du die wahrheit sagst, laß draußen den motor laufen,
dann sag' sie laut und schnell, denn das sprichwort lehrt,
wer die wahrheit sagt braucht ein verdammt schnelles pferd
sei wachsam .../
<sei wachsam>
<author>
©h.p.| 02/02/2003</author>
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