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was geht ab?</title>
<start>ich
kenne eine 4ma - ich verrat' jetzt nicht welche - da werden noch auszubildene
eingestellt. wahnsinn, was? und das bei dieser konjunkturlage.
<p>
anyhow.<br>
jedenfalls geht es diesem azubi nicht schlecht. im grunde schon besser
als den meisten mitarbeitern. hier weiss man eben noch, was azubis wert
sind. dieses azubi jedenfalls hat sein eigenes büro mit schreibisch
und stuhl - ein chefsessel versteht sich. des rückens wegen allein
schon. das ist auch okay, schliesslich hat der arbeitgeber auch die
sorgfaltspflich seine schutzbefohlenen berufseinsteiger schonend auf
das lange, bzw. sich stetig verlängernde arbeitsleben vorzubereiten;
seine arbeitskraft so lange als nötig und möglich zu erhalten,
klar. auch als lehrling braucht man einfach mal seine ruhe in seinem
eigenen 20 qm büro. verständlich.
<p>
neben der passenden designerbeleuchtung darf auch absolut zeitgemäßes
arbeitsgerät, sprich ein up-to-dater computer mit flachglotze und
scanner, nicht fehlen. schliesslich muss man dem zögling ja alle
wege zu ausgewogenen lerninhalten ebnen. ein in irgendeiner weise limitierter
internetzugang wäre hier eher hinderlich. da muss sich die buchhaltung
eben mal mit dem dusseligen gebuche etwas gedulden bis der download
des neusten brockhaus aus der filesharingbörse beendet ist. wissen
ist eben macht. <br>
da bei solchen, natürlich streng arbeitsrelevanten, netzrecherchen
auch eine unmenge daten anfallen können, braucht es auf jeden fall
auch einen dvd-brenner, um diese daten auch anderen kollegen in der
berufsschule zur verfügung stellen zu können. wer will schon
als eigenbrödler ausgegrenzt werden?! na also.
<p>
da man ohnhin schon im vorstandsbüro zu sitzen gekommen ist, wäre
es eine sünde, wenn man die arme sekretöse im vorzimmer unbeschäftigt
liese: Tür zu und /frau hansen, bitte in der
nächsten drei stunden keine gespräche. ... wenn die herren
vom berufskolleg kommen, schicken sie sie bitte gleich durch. und es
wäre nett, wenn wir noch zwei flaschen cognac bekommen könnten.
danke./ berufsausbildung ist eben doch chefsache.
<p>
überhaupt ergibt sich damit ein ganz neuer ausbildungsberuf, nämlich:
/ausbildung zum chef/. gerade diese sind
es doch, die gebraucht werden, die fehlen und die dieses land hochhalten.
eben leute die ganz oben an sitzen, nie unten buckeln mussten, die die
w/r-ichtigen entscheidungen treffen, die dieses land und insolvierende
konzerne aus der krise lenken. da kann man mit ein paar tausend arbeitsplätzen
nicht knickern, sondern muss klotzen, jawoll. da steht jeder in der
verantwortung, auch unser staat, sprich wir alle. <br>
und wenn's nicht recht klappt, gibt's bestimmt noch 'ne dicke abfindung
(bei der gehabten verantwortung absolu okay, oder?!) und weitere chence
im nächsten posten. als chef schwimmt man eben auf jeder welle
oben. wer ist denn deutschland, wenn nicht du selbst?!<bild>

(monochrome logo version)
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nun ist eigentlich klar, warum der herr azubi alleine sitzen muss:
jeder kollege in seinem miefiegen 9 qm büro mit direkter sichtparalleler
sonneneinstrahlung von 10 - 16.00 uhr und einem rechner bei dem man
anhand des arbeitsgeräusches die taktfrquenz mittrommeln kann,
würde unweigerlich zur revolution aufrufen, wie dortzulande gerade
in paris.
</end>
<author>
©h.p. | 11/11/2005</author>
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