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one, two ... one, two, three, four - springsteen!</title>
<start>meine ersten berührungspunkte mit bruce springsteen hatte ich nicht in den späten siebzigern als er mit „born to run“ endlich seine kariere als sänger und songschreiber manifestieren konnte und als „zukunft des rock & roll“ oder neuer bob dylan gefeiert wurde. durch die gnade oder – ansichtssache: – ungnade der späten geburt, die mir ein grossteil des disco-gedudels der siebziger ersparte, dauerte es noch knapp zehn jahre, bis ich endlich diesem sympathisch verwuselten typen aus new jersey musikalisch begegnen konnte.
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meine ersten berührungen mit musik überhaupt waren eher zaghaft: irgendwie begriff ich nicht recht, was an musik so toll sein sollte und so hörte ich bis zu meinem dreizehnten lebensjahr erst mal gar keine oder kaum musik. jedenfalls nicht bewusst und weit entfernt von gefallen oder gar geschmack. und als „born in the usa“ 1985 heraus kam, waren bereits andere in meiner schulklasse auf die position des „grössten fans“ gebucht. ich gehörte ohnehin nie zu den coolen in meinem jahrgang. während andere inbrünstig bei schulfeiern in der aula den springsteen oder bon jovi im damals populären vollplayback vor publikum gaben und damit die abgewaschene bewunderung der mädchen ernteten, blieb für mich mit viel glück noch die position des drummers oder keyboarders übrig – aber auch nur, wenn sich gar niemand mehr fand. es griff stets die gleiche attitüde mit der man eben auch sportmannschafen wählt.<br>
springsteen war nur ein entferntes idol für mich.
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mein bester freund piet schleppte irgendwann musik von ten years after und gary moore an und wir verliebten uns vom fleck weg in diese schier nie enden wollenden gitarren-soli von „going home“ oder „parisenne walkways“. für diese platten gab ich mein erstes taschengeld aus, und für konzertkarten lag ich meiner armen mutter wochenlang in den ohren, bis wir schliesslich 1989 endlich und ehrfürchtig vor der bühne in der essener grugahalle standen und alvin lee spielen hören konnten – inmitten von mittevierzigjährigen altrockern, die kette gras rauchten, bier aus falschen kippten und mit fuss und kopf den gitarrensound hinter wippten.
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doch, da moore und lee ihre legendären jahre längst hinter sich gelassen hatten, blieb uns am ende nur übrig, ihren discographien hinterzuhören. irgendwann hatten wir alles gehört und dürsteten nach etwas neuem. piet hielt grunge, diese bands nirvana und guns n´ roses für zukunftsweisend. ich konnte mich dafür nicht erwärmen: die musik war mir zu hart und zu unverständlich, zu dreckig, rotzig. und als man schon springsteen nachgesagte, er singe recht undeutlich, hatte man kurt cobain noch nicht singen gehört.
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endlich, 1987, besann ich mich wieder auf die platte „born in the usa“, die fast ungehört in meinem plattenregal dümpelte. ich packte sie auf den plattenteller und es war das einzige was ich woche für woche zuhause auf meiner alten schneider-kompakt und auf meinem sony walkman rauf und runter hörte. beherzt sang ich alle texte mit ohne jedoch irgendwas zu verstehen oder richtig aussprechen zu können, denn mein englisch war – so wies es mein zeugnis der 8. klasse erstaunlich deutlich aus – versetzungsgefährdend mangelhaft. irgendwie ahnte ich, dass hinter diesen einzigartigen stimmungsgeladenen liedern noch mehr geben musste. irgendwie verstand ich springsteen ohne ihn wörtlich zu verstehen, verstand die stimmung, die er vermitteln wollte, verstand die grundsätzliche aussage in seinen liedern. ich bin auch heute noch der meinung, dass es springsteen alleine durch seinen sound, seine komposition und seiner stimme schafft, eine atmosphäre zu kreieren, die die aussage und stimmung eines liedes sofort begreifbar macht ohne dass man auch nur ein wort text gehört oder verstanden hat. er spricht den zuhörer mit seinen songs vom ersten ton direkt und emotional an.
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als nächstes besorgte ich mir die grosse live-discographie „1975 – 1985“. ich übersetze mit dem langenscheidt alle songtexte wort für wort, hörte mir akribisch die einleitenden texte zu allen liedern wieder und wieder an und versuchte herauszufinden, um was es eigentlich ging. ohne dick auftragen zu wollen, denke ich, bin ich wohl einiger der einzigen in meiner klasse gewesen bin, der den titelsong „born in the usa“ als ein ganz und gar anderes und unpatriotisches patriotenlied wahrgenommen hat. mit einer mischung aus ehrfurcht und erstaunen sehe ich heute immer noch ab und an in das booklet von „live 1975 - 1985“ - quasi in meiner eigenen bleistiftgeschriebenen komplettübersetzung.
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so wurde bruce springsteen zwei lange sommer lang mein englischlehrer. und er hat einen guten job gemacht: meine abschlussnote war zu allgemeinen überraschung eine glatte zwei.
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es waren zwei schwierige sommer, denn ich verkrachte mich ernsthaft mit meiner mutter, flog von zuhause raus, musste von jetzt auf gleich lernen auf eigenen füssen stehen, musste mich um geld und ein dach über dem kopf kümmern. diese sommer rissen mich aus meiner kindheit. es gab viele probleme und ich baute einigen mist. jetzt erst, mit anfang zwanzig. bezeichnenderweise fühlte ich mich zu diesem zeitpunkt bei „darkness at the edge of town“ und „nebraska“ ganz treffend emotional zuhause. diese beengte, düstere atmosphäre auf „darkness“, der dialog mit seinem vater in
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„independence day“ (auf "the river") und die verdammnis der sich immer wiederholenden hoffnungslosigkeit in „atlantic city“ oder „reason to believe“ traf mich bis ins mark. endlich hatte ich das gefühl, dass mich jemand verstand und dass ich mit meinen gefühlen nicht allein war. aber auch mit der passage „with just a shirt on my back i left and i swore i`ll never be back”, aus “when you’re alone” des albums “tunnel of love” fand ich mich 100%ig beschrieben. in so vielen seiner zeilen fand und finde ich mich auch heute immer noch wieder. diese zeit war mein ganz persönlicher „independence day“ – mein aufbruch zu meinem erwachsenen ich.<br>
und bruce springsteen war in dieser zeit ein guter freund, der einfach nur zu weit entfernt wohnte.
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während meiner ausbildungszeit komplettierte ich meine springsteen-sammlung, übersetze alle lyrics. als guns n` roses „use you illusion i + ii“ gleichzeitig rausbrachten und springsteen – so sahen es damals die plattenkritiker – mit „human touch“ und „lucky town“ und sonnenbrillencooler poseroptik konterte, schrieb ich wütende leserbriefe an den spiegel und stern und behauptete in zehn jahren spräche keiner mehr von guns `n` roses, aber springsteen werde es für immer geben. nachsichtig wurde mir der erhalt meiner nachrichten quittiert und der spiegel druckte sogar generös ein paar unverbissene zeilen ins nächste heft.
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weniger mit „human touch”, denn mit „lucky town“ begann springsteen wohl auch selbst sich und seinen erfolg zu hinterfragen. er machte das auf diesem album auf eine sehr ironische art - "it's a sad funny ending to find yourself pretending, a rich man in a poor man's shirt", heisst es spitzfindig in „better days“. trotz allen erfolgs war in auf diesem album deutlich zu spüren, dass er über sich hinaus wachsen, aber nicht abheben, auf dem boden bleiben wollte.
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mit dem beginn meiner ersten echten beziehung zu einer frau trat springsteen artig aus dem rampenlicht meinem leben einen schritt zurück, in die dunkle ecke meines plattenschrankes. in dieser ecke wurde es jetzt zunehmend enger, da mehr und mehr aktuelle top-charts-sampler meine vinyl-platten in den keller drängten. von da an bespielten die crash test dummies, alanis morissette, phil collins, westernhagen & die ärzte die ersten plätze meiner persönlichen top-ten.
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und mit der ersten trennung kam auch der erste bruch: eingängige melodien mit nichtssagenden textpassagen sollte wieder dem ernsthaften liedgut platz machen in meinem leben. so kam ich denn zu reinhard mey. sechs lange jahre später, mit der trennung von lebenstraumfrau ii, kam auch die schmerzliche trennung von reinhard mey. aber das ist eine ganz andere geschichte.
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2003 entdeckte ich meinen umzugskisten zu meiner überraschung alle meine springsteen-platten wieder, die zeitungartikel - die meine mutter mir immer ausschnitt-, die picture-cds, die ich zeitweise gesammelt hatte und die anderen devotionalien. z.b. meine konzertkarten von frankfurt ´92.<br>
jenem konzert bei dem vor mir am absperrgitter nur eine armlänge entfernt ein junger mann auf einem stuhl sass, der eine der berühmten, handgeschriebenen setlists von springsteen in der hand hielt. ich hatte sie gleich an springsteens schnörkeliger handschrift erkannt. als er sie weglegte, fragte ich vorsichtig den nächststehenden roadie, ob ich „please this sheet of paper“ haben könne. der dunkle hühne sah auf das blatt, sah mich an und reichte es mir wortlos. daraufhin erhob sich der gutaussehende typ mit der jeans und den auffälligen ohrringen und trat auf die bühne. „welcome my dear friend from new jersey:“, begrüsste ihn springsteen herzlich, „jon bon jovi!“
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oder die zwei konzertkarten von 1993. als ich wegen eines schweren armbruchs nicht nach dortmund konnte und meine springsteen-karten am heimischen bahnhof dortmundreisenden wie sauerbier als geschenk anbot, nur damit sie nicht verfielen.<br>
das war die zeit, noch mal richtig neu anzufangen.
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in dieser zeit fiel es auch, dass auch meine mutter starb. und mit ihr alles an familie und wurzeln, die ich noch hatte. in dieser zeit habe ich bruce springsteen mehr gebraucht denn je. er half mir mit seiner musik, mit seinen worten und geschichten durch den liebeskummer, über den verlust, durch die harte zeit. seine musik nahm mich an die hand, hob mein kinn hoch und rüttelte mich: „come on, rise up.“ rappel dich hoch, mann!<br>
springsteen stand für hoffnung, für das danach nach dem grossen knall.
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„the rising“ das viel gerühmte, aber auch viel gescholtene album. ich fand und finde es einfach nur grossartig – fantastisch. sicherlich eines der besten. es war das erste, neue springsteen-album, was ich nach langer zeit – anfang 2004 - wieder hörte. wir haben uns wohl irgendwie gesucht.
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es ist das erste und wohl auch einzige album, das sich musikalisch mit den ereignissen des 11. september 2001 auseinandersetzt. und zwar nicht auf die rachsüchtige tour, wie einige seiner kollegen meinten oder mit markigen politischen statements mit denen amerikas staatsführer vorpreschten. mit den songs des albums hangelte er sich entlang der schicksale der normalen, „kleinen“ leute („you are missing“), hielt seine wut nicht zurück ("the fuse“, „empty sky“) und versuchte mit „worlds apart“ und „paradise“ auch auf die andere, die „feindliche“, seite der offensichtlich geteilten weltanschauung zu sehen. mit dem titelsong „the rising“ erkennt und benennt er den bruch, sieht den aufbruch als chance zum wandel – lange bevor überhaupt jemand mit „change“ umfassend das umdenken im amerikanische selbstverständnis propagiert. und letztlich besingt er mit „my city in ruins“ die trauer und verzweiflung, direkt aus dem herzen der amerikaner. [der song selber ist aus den achtzigern und nimmt bezug auf den verfall von asbury park, wo springteens karriere in den späten siebzigern begann.] man sagt, er habe mit dem album eine ganze nation geheilt.
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letztlich war es bruce springsteen, der mich – nach golf krieg i & ii und „krieg gegen den terror“, der eigentlich eher ein krieg gegen die bürgerrechte und für die waffen- und öl-lobby war – wieder mit amerika versöhnt hat. bis dato stellte ich meinen „nicht oberflächlichen anti-amerikanismus“, wie ihn volker pispers (1:28) bezeichnet hatte, offen zur diskussion. springsteen konnte jedoch glaubhaft ausdrücken und darin überzeugen, dass es sich bei den wahren patrioten amerikas doch um ernsthaft denkende menschen handelt. seitdem verstehe ich amerika und die amerikaner ein bisschen besser.
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als ich bei einer kino-retrospektive zum thema „films & songs“ „high fidelity“ (nach einem buch des springsteen-fans nick hornby) sah und zu meiner grossen überraschung neben meinem absoluten lieblingsschauspieler john cusack plötzlich auch bruce springsteen an dessen bettseite sass und ihm ratschläge klampfte, entfleuchte mir einen lautes „wowho“ in den saal, worauf mich alle erstaunt ansahen. cusack zähle ich übrigens auch zu den „echten patrioten amerikas“.
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neben seinen eher mäßigen schauspielerischen qualitäten sei springsteen aber ausdrücklich als sehr begabter, geschätzter redner und erzähler erwähnt und empfohlen. die rede zu harry chapins gedenkfeier, die laudationen für bob dylan („like elvis freed your body, bob freed your mind.“), roy orbison und u2 anlässlich der aufnahme in die rock´n´ roll hall of fame oder auch die einleitenden geschichten der live-aufnahmen, zeugen von grossem talent für unterhaltung, witz und treffende charakterisierungen. so etwas sieht man selten in personalunion mit einem dauerhaft erfolgreichen rockstar. wenn sie also die möglichkeit haben, sorgen sie dafür, dass springsteen die rede auf ihrer jubiläums- oder trauerfeier hält.
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mit „devils & dust“ bin ich schliesslich die letzten drei sommerurlaube quer durch amerika gefahren. es gibt wahrscheinlich – zumindest für einen echten springsteen-fan – keinen perfekteren road-trip-soundtrack als diese platte. nichts schmiegt sich an einen 200 meilen langen, linealgerade durch die landschaft geschnittenen highway so eng an wie der sound von „devils & dust“. musik, die worte & landschaft werden zu einer sphäre durch die man stundenlang wie in stasis dahingleitet. natürlich habe ich mir auf der reise auch springsteens imposantes heim in rumson, seinen geburtsort freehold in new jersey und die stätte der musikalischen initialzündung, asbury park/ny, angesehen.
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und ich habe letztlich doch recht behalten: springsteen ist immer noch da. auch 2009. eigentlich war er nie richtig weg. er hat immer seinen eigenen sound gemacht, hat sich nie an fremde stilrichtungen angebiedert, nur um erfolgreich zu oder hipp zu sein. moderate ausflüge nach folk und country waren erlaubt. sein eigener sound und seine einzigartige art musik zu erschaffen hat ihn unbeschadet durch die jahrzehnte gerettet – und ihn zu einer ikone des rock gemacht. springsteen steht nun für fast vierzig jahre erstklassig gezimmerten rock, gepaart mit lyrischen songtexten und einem wahrhaftigen authentischen auftritt. er hat die ihm früh aufgedrückte prophezeiung, nämlich die "zukunft des rock ´n´ roll" zu sein zu müssen, gewissenhaft erfüllt und hat bis heute den heiligen gral des rock bewahrt – unbeeindruckt vom kompletten wandel im gesamten musikbusiness überhaupt. was er anpackt, wird zu gold; wer mit ihm spielen kann, ist geadelt.
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jetzt zu seinem sechzigsten sieht er aus wie bob dylan. wuselig, ein bisschen müde und blass. zumindest auf dem cover von „magic“. einen teil seiner jugendlichen collness hat er eingetauscht, die korrumpierende selbstgefälligkeit - zwangsläufige folgeerscheinung des kontinuierlichen erfolgs – hat er abgeschüttelt. sein gesicht ist gezeichnet durch jede erkämpfte textzeile, durch jeden perfektionistisch abgerungenen akkord und durch die ungezählten exzessiven live-performances von 4-stunden-konzerten. der stete kampf steht ihm ins gesicht geschrieben, und hat seine stimme rau und kratzig werden lassen ohne dass sie ihr timbre verloren hat. er wirkt heute manchmal abgekämpft, jedoch nie kraftlos.
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bruce springsteen ist „der boss“. den titel hat jon landau, sein manager, ihm verliehen. er hat sich irgendwie durchgesetzt. aber er ist kein chef im eigentlichen sinne. vielleicht für seine band, ja. eher aber eine art vorarbeiter. ein hart schuftender typ, der sich selbst nie schont. er ist kein held, eher ein vorbild. so recht will der schulterschluss mit diesem titel nicht gelingen.<br>
die helden seiner songs sind auch keine helden, und wenn dann nur für einen kurzen augenblick, nur für einen kurzen ausriss aus einem ansonsten normalen leben, vielleicht für einen kurzen moment der selbsterkenntnis. springsteens song-charaktere sind keine hochstehenden, weithin leuchtenden idole oder vorbilder. vielmehr sind es menschen mit ecken und kanten in einem kurzen ausriss aus ihrem leben, grossartig von ihm skizziert in einem kurzen moment des erfolgs oder in einem augenblick des scheiterns. jeder hat die chance sich zumindest ein wenig in seinen geschichten zu erkennen, springsteen bringt diesen kurzen auftritt treffend, real, präsent in einem einzigen song unter. er sieht heute aus, als hätte das besungene in jeden moment selbst durchlebt.
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und jetzt mit seinen sechzig jahren blicke ich auf mein leben zurück und kann sagen, dass springsteen wohl den grössten teil des soundtracks zu meinem leben beigesteuert hat. sein bühnenkredo "wenn ich nicht bereit bin heute wirklich alles zu geben, brauche ich gar nicht erst anzufangen.“ eignete sich hervorragend als mein lebensmotto.
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heute kann ich letztlich sagen: springsteen wäre der vater, den ich mir immer gewünscht habe und den ich nie hatte.
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congratulations bruce springsteen!
good luck, goodbye.
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[p.s.: auf anfrage. die fotos machte ich auf dem konzert '92 in frankfurt mit einer - natürlich noch analogen - canon eos 500 mit externem blitz. beides habe ich verbotenerweise im schritt meiner hose in die halle rein- und wieder rausgeschmuggelt.]
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©h.h. | 23/09/2009</author>
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