<title>
gefangenschaften</title>
<start>
<p>
heute gingen für zwei menschen auf dieser welt jahre der gefangenschaft
und angst zuende.<br>
die eine, die österreicherin natascha
kampusch (18), wurde acht(!) jahre in einem kellerverlies von einem
durchgeknallten nachrichtentechniker festgehalten, der sie mit 10 vom
schulweg weg entführt hatte. das ist unglaublich unfassbar.
<br>
der andere, der türkischstämmige murat
kurnaz [/bremer taliban/,
bild), wurde in diesen tagen aus seiner vierjährigen haft aus dem
us-gefangenenlager auf guantanamo-bay/kuba entlassen, in das er 2002
wegen /terrorverdachts/
von us-truppen verbracht wurde - und in dem er angeblich auch gefoltert,
zumindest aber misshandelt wurde. eine anklage gab es nie und auch eine
verhandlung kam mangels beweisen nie zustande.
<P>
während im ersten fall jedermann einstimmen würde, dass es
sich hierbei um eine tat von aussergewöhlicher schwere handelt,
der in den medien in ganzer breite diskutiert und kommentiert wird,
ist fall zwei nur eine randnotiz in der presse. der eigentlich unterschied
ist: natascha kampusch wurde von einem anderen menschen entführt,
gequält und jahrelang unter menschenunwürdigen bedingen in
einem kellerloch gefangen gehalten.<br>
murat kurnaz wurde 2001 willkürlich von der straße weg inhaftiert,
ohne rechtstsattliches verfahren von einer regierung in den rechtsfreien
raum des größten demokratischen staates er welt, den usa,
entführt, drangsaliert und unter meschenunwürdigen bedingungen
in eine 8qm-zelle jahrelang weggesperrt.
<P>
mit dem entführer des jungen mädchens hätte sowohl die
justiz als auch jedes stammtischtribunal kurze fuffzehn gemacht - ein
restleben lang wegsperren oder kastrieren & abknallen! sowas in
der richtung. schade nur, dass er sich bereits selber vor den zug geworfen
hatte. viele
hätten sicherlich gerne beim werfen geholfen.<br>
niemand aber käme auf die idee, die us-regierung oder george w.
bush für ihre wilkürtat zur verantwortung zu ziehen, sie auch
nur vor den internationalen gerichtshof zu zitiren o.ä. auch
die us-administration sieht hier unter dem generaltotschlagargument
/terrorabwehr/ keinen widerspruch zu ihrem selber so vorbildlich
eingeschätzten rechtssystem. das ist auch kein einzelfall oder
ausrutscher, wie am fall khaled
el masri deutlich wird.<br>
man kann sich also merken: wenn du etwas unrechtes tust, ist es unrecht.
wenn der staat etwas unrechtes tut, ist es politik. einmischen von aussen
unerwünscht. vielmehr bleiben es sogar unsere /freude/
und liebsten handelspartner (vergl. auch vr china).
<p>
merke weiterhin: zündest du einen sprengsatz bei dem viele unschuldige
menschen umkommen, ist es terror. bombaderst du ganze landstriche eines
fremden landes, bei dem hunderte unschuldiger und evtl. ein, zwei terroristen
umkommen, ist das /enduring freedom/ [freiheit
garantieren, afganistan feldzug slogan der us-army]
<p>
ich sympatisieren nicht mit terroristen
[hallo, herr bka!]
jedweder intention und herkunft, ebensowenig wie mit entführern
und vergewaltigern. aber es kann mich auch niemand zwingen mit regierungen
als demokratisch anzusehen, die in großen stil die völkerrechtlichen
spielregeln mit füssen treten, die sie selber aufgestellt und unterschrieben
haben. das ist staatsterrorismus!<br>
wenn ein staat sich der gleichen, nach seinen eigens festgelegten richtlinien,
ungesetzlicher mittel und wege bedient, um diejenigen zu überführen
und verurteilen, die sich [vielleicht]
nicht an diese gesetzte halten wollen, führt er sich und sein rechtssystem
ad absurdum.
<p>
<author>
©h.p. | 24/08/2006</author>
|