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die kämie muss stimmen</title>

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lustig. im heutigen schulspiegel online las ich über einen 20-jährigen heavy-metal-fan der in heimischen schrebergartenlaube seine eigene kleine chemiefabrik unterhält, kleine experimente und sorgar forschung betreibt. zwar hat er schon ein paar bedeutende jugendforschungs-preise eingefahren, aber auch so manchen kleinen störfall fabriziert: z.b. küchenreiniger in chlorgas vergewandelt oder mittelschwere detanationen mit hochreaktivem natrium /aus versehen/ herbeizaubert. manchen sogar mit vorsatz. auch /zyankali, salzsäure, schwefel in flaschen/ gehören zum inventar seines hobbylabors. /seitdem entdeckt stephen hier spannende Dinge. so wie jetzt, als sich mit einem 'plopp!' der deckel einer flasche mit totenkopfaufkleber hebt/, heisst es im spiegel.<br>
wenn sich bei deutschen chemiekonzernen allerdings ein flaschendeckel mit totenkopfaufkleber hebt, heisst das beim spiegel üblicherweise nicht lustich /
plopp/, sondern berechtigtermaßen /störfall/.<br>
war nicht neulich erst ein artikel im spiegel darüber dass es in deutschland hunderte von in wohnhauskellern beheimatete privatlabors gibt in denen aus tonnen handelsüblicher chemikalien anabolika, sprengstoffe und anderes zusammengepanscht werden? aber hey: hier wird zum wohle und erfolg der wissenschaft - gegen krebs! - geforscht. nur dass so ein forschungszentrum evtl. bei mir im nachbarsgarten steht, macht mich etwas nervös. um gottes willen, stellt dem jungen bitte ein richtiges labor zur verfügung! weit ab! dann, von mir aus, soll er forschen bis der arzt vielleicht doch mal kommen muss.
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übrigens: die londoner sprengstoffaktivisten waren oft gesehene kunden in der reinigungsmittelabteilung des örtlichen supermarkts. damit bekommt der ausdruck /wegputzen/ eine ganz neue, gegenständliche bedeutung. gas- und flüssigsprengstoffe sind der hit dieses terroristensommers. da wächst eine ganz neue art von /jugend forscht/ mit mirgrationshintergrund ran. und glauben sie mir: im internet kann man wirklich alles kaufen.
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ich selber hatte früher ein ähnliche labörchen. mit 16. im keller meiner heimatstadt münster. jetzt kann ich's ja verraten: in der heisstrasse 40.<br>
auf zwei wirklich einschneidende erlebnisse kann ich in meiner damaligen forscherzeit zurückblicken:
1. den arschvoll, den ich von meiner mutter erhielt als sie heraus bekam, dass ich ihren 750er-goldring in einem gemisch aus salzsäure und salpetersäure aufgelöst hatte. [der eingefasste und sich dabei nicht auflösende diamant hatte mich verraten.] wenig versönlich blieb damals auch die geste, als ich meiner ma das auskristallisierte gold wieder unter die nase hielt.
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2. die angst, die ich hatte, als die reaktion zur herstellung von nitroglycerin im keller durchging. ich konnte nicht so schnell eiswürfel aus dem kühlschrank nachschieben, wie nötig war, um die chemische reaktion im zaum zu halten. dicke, tiefrote stickoxidschwaden füllen den keller im nu. jeden moment erwartete ich die folgenschwere detonation des kellerlabors und mit ihr das gesamte haus. wie ein kapitän auf dem s[t]inkenden schiff war ich gewillt mit dem pott glorreich unterzugehen. nur um haaresbreite ist mir mein rettungsversuch geglückt, die mischung explosionsunfähig mit salatöl zu verdünnen.
selbst mit damals 16 hatte ich begriffen: forschen ist experimentieren unter zuhilfenahme von wissen. alles andere ist oftmals gefährliche amateurwissenschaftliche probiererei.
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was für ein überaus bescheuerter artikel.
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©h.p. | 21/09/2006</author>