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pimp your body!</title>

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acht, achteinhalb, achteinhalb und noch ein bisschen, achteinhalb und noch ein bisschen mehr. scheisse auch, neun wiederholungen schaff ich an der bizepsmaschine nicht. mal wieder nicht. kein mensch tut sich das freiwillig an. krafttraining.
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jeden verdammten zweiten tag sitze ich hier, hebe und wiederhole meine gewichteübungen. nur weil ich der meinung war, ab dreissig sei es endlich mal zeit, etwas für seinen körper zu tun bevor das welken einsetzt. und so renne ich seit numehr drei jahren dem allgemeinen körperkult hinterher.<br>
warum habe ich mich bloss die 29 jahre vorher so gehen gelassen? okay, die letzen fünf. aber trotz bewußter ernährung, selbstzensorischer dauerdiät und andauernder sportlicher herausforderung will sich immer noch kein waschbrettbauch einstellen, bzw. will der waschbärbauch nicht gehen.
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ganz bewußt habe ich mir keine blanke eisenhütte ausgesucht in der männer, die stöhnen wie monika seles beim aufschlag, gewichte stemmen bis ihnen die schlagadern wie heizungsrohre aus dem hals treten, nur um dann als lächerlich muskelbepackte michelin-männchen mit oberarmweite doppel-d durch die gegend zu eiern. meine ziele waren eindeutig viel niedriger gesteckt: fitness und kraftaufbau - klasse statt masse sollte es sein. ich wollte nicht nur meinen körper, auch mich selbst wollte ich völlig neu definieren.
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im wissen meines genetischen schicksals einer lipophilen physionomie war das oberste ziel die rapide senkung des kfa - des körperfettanteils. nicht durch auszehrenden nahrungsentzug bei komatöser sportbetätigung, nein, durch gezielte ernährungsumstellung: weg von drei mal täglich ernährungswissenschaftlichem dreck wie pizza, fettigem döner und pommes rot-weiss hin zu fünf mal täglich frisches obst, mageres geflügelfleisch, gemüse, milchprodukte und protein-shakes. begleitet durch ein straffes, reglmäßiges und angemessenes trainingsprogramm in einer dieser neumodischen gesundheitsfitnessclubs.
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natürlich kennt man genau diese here zielsetzung von jeder klassischen montag-fange-ich-aber-an-diät, die meist dienstags schon in einer widerlichen fressattake endet. aber irgendwann stand ich bei h&m in der umkleide, neben mir dieser modisch-hippe, schlanke und breit grinsende teenie-hosenanreicher, der sich locker zweimal in meinem neolichtschatten hätte verstecken können. als sich dann nicht mal mehr der oberste knopf des weitesten modells schliessen lies, ging ich wortlos und bis auf''s mark gedemütigt aus dem laden. so geht's nicht weiter: der schwabbelig aus allen fugen quillende körper mußte zügig wieder in eine vorzeigbare passform.<br>
das sieht vorsätzlich erst einmal leichter aus als es sich dann später anfühlt.
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angetreten zur musterung in das örtlich favorisierte fitnessstudio.<br>
hier hat man schon viel elend gesehen. auch unter weit geschnittener sportkleidung lassen sich meine dicke love handles (hüftrollen) und das pockengold (bierwampe) nur mäßig kaschieren. /so wie ich das sehe fangen wir erstmal mit gewichtsreduzierung und stärkung der basismuskulatur an/, dignostiziert der breitschultrige drill seagent psysiotherapeutisch absolut korrekt. er will sagen: /erstmal sehen wie's unten drunter aussieht. dann sehen wir auch wie's oben drüber weiter geht/. neben ein paar rückenstabilisierenden übungen verbringe fortan viel zeit auf dem ergometer-rad.<br>
es gibt für aussenstehende sicherlich kaum ein beklagenswerterer anblick als wenn jemand auf einem trainingsfahrrad um sein leben strampelt und sich dabei keinen millimeter vorwärts bewegt.<br>
so mancher, der versucht auf dem versteinerten fahrrad seinen überschüssigen pfunden davon zu fahren, tritt in der pedale als gelte es, auf einem hoden lance armstrong noch auf der letzten höhenkurve von alp tures zu überholen. jeder versucht nach kräften das beste aus seinen genen zu machen, sich gegen die geburtsgegebene natur aufzulehnen; ein verzweifelter - aber erfolgloser - versuch sich der gefangenschaft im eigenen körper zu erwehren. dafür hat man hier den maschinenbewaffeneten kampf gegen sich selber mit aller härte aufgenommen. das ist hartes training. aber der mensch wächst halt nur im widerstand.
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anfänglich ist es nahezu unerträglich, natürlich. die gewichte sind schwer, die trainigsstrecken lang und kräftezehrend, die motivation infolge minimalster erfolge niedrig, ja, sogar jeder luftgetrocknete spargeltarzan zieht um das doppelte mehr an gewicht als ich. und was ordentliches zu essen gibt's auch nicht mehr. irgendwie war es doch wesentlich leichter und um einiges spaßiger sich die plauze über jahrzehte anzufressen und zu -saufen. aber wer schön sein will, muss eben nach kräften leiden.
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manche körper wechselt schnell den aggregatzustand - von fest nach flüssig. mich persönlich widert es an, wenn ich kleine schweisspfützen an den geräten hinterlasse, die ich dann hastig und heimlich unter hastigen seitenblicken mit dem handtuch wegwische. schweiss fließt, wenn mein körper weint.<p>
andere männer hingegen sind von haus aus hemmungsloser, halten trotz extensiven schweissflusses nur taschentuchgroße handtücher als einzig saugfähige unterlage parat und verzichten gerade wegen der höheren entlüftungswirkung auf ein trainingshemd mit langen ärmeln. zum abledern ihrer strömenden körperflüssigkeit von den polstermöbeln reicht ihnen oft ein zettelgroßes stück von der papierrolle. weiteren gedanken über vergleichbar sparsame sanitärhygiene möchte ich hier nicht nachhängen. sie tagen dabei - wegen der besseren unterleibskühlung - viel zu hoch am bein ausgeschnittene sporthosen, die man gemeinhin vielleicht noch als /adidas sportschlüpfer/ durchgehen lassen könnte. komplettiert wird das ganze oft noch durch unangenhm wollweiße tennissocken die in den passenden dreistreifigen birkenstocksandalen stecken. das alles ist für den durchschnittlich modisch-funktional geprägten mitmenschen nur schwer erträglich.
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nicht nur dieses optische desaster drängt sich auf, auch bieten manche geschlechtskumpanen ein olfaktorisches feuerwerk der extraklasse. während mache frauen sich in schicke workoutsuites und in eine gewisse aura hüllen, ziehen männer selbige meist schon ein paar tage hinter sich her. jeder mann sein kleines, ganz eigenes ökosystem. frauen hingegen verkörpern die estetik und das erotische moment im sportstudio. im sport sowieso. es sei denn sind russische kugelstosserinnen. frauen schwitzen nie, oftmals tarnspirieren sie nicht einmal in ihre topmodischen esprit-sportdress.<br>
die frauen stellen damit auch eindeutig eine optische bereicherung eines jeden fittnessstudios dar. ausnahmen betsätigen selbstredend die regel. /germany/ lese ich da verträumt auf dem hintern des übergroßen sporthöschen vor mir, das so lustig über den ergometersitz schaukelt. was soll mir das sagen, wenn plaktiv groß /germany/ quer über einen dicken, hin und her wackelnden hausfrauenhintern geschrieben steht? /kitty pirate/, okay, das verstehe ich noch. da drängt sich mir gleich die vorstellung auf, das schiff in alt-holländischer tradition zu entern - quasi van aachtern. aber /germany/ auf fülliger breitseite? hose drüber und für's vaterland? oder: ist unser land am arsch? ist das der neue patriotismus, den uns die wm beschert hat? ist wohl doch nur mode und hormone.<br>
soweit diese kleine assoziazionskette.
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frauen und männer gehen die sache also völlig unterschiedlich an: ein freundlich gemeinter hinweis an eine von zwei mädels, sie habe da gar für ihre übung keine gewichte aufgelegt, wurde mit einem schnippischen /ich versuche mich hier gerade zu unterhalten!/ quittiert. bei frauen haben fitness und sportliche betätigung wohl eher kommunikativen charkter. wer wollte auch die zarten, zerbrechlichen knöchlein mancher bulemischen grazie unnötig mit gewicht belasten?
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männer betrachten das freizeitliche sportding schnell unter wettbewerbsmaßstäben, vergleichen insgeheim aus den augenwinkel gewichte, wollen stets besser und fitter sein und werden, erstellen statistiken und dabei reisst so mancher überambitioniert - entgegen der trainingsphilosophie - völlig unkontrolliert am eisen, dass es nur so knackt und rumpelt im gebälk. vom krafttraining direkt in die krankengymnastik. die kasse zahlt.<br>
nur männer heben freiwillig immer wieder grotekt schwere gewichte, bis die muskelfasern zum zerreissen gespannt sind wie klavierseiten und die armschlagadern raustreten als hätte gunther von hagens sie persönlich so hinpräpariert. schmerz ist schwäche, die deinen körper verlässt. schmerz ist ausserdem ansichtssache, so die goldenen grundsätze des profi-bodybuildings.<br>
wie sehr mich diese seltsame welt schon eingelullut hat, erkannte ich erst gestern wieder als ein neuling mit blick auf mein schweissnasses t-shirt gegenüber seinem sparingspartner bemerkte: /ich frage mich, wann ich mal anfange zu schwitzen./ und ich antwortete: /das schwitzen ist gar nicht so schlimm. richtig schlimm wird's erst, wenn du anfängst zu weinen!/
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die besonders ergeizigen unter uns stehen den prominenten sp[r]itzensportlern in nichts nach. manch einer sieht zwar aus wie barbies lebensabschnittspartner ken, muss aber auch mit dem gleichen bedauerlichen ergebnis rechnen, wenn er einen blick vorne in seine sporthose wirft. gewiss, streoide machen enorme muckies, aber eben auch schrumpf-eier. ein guter grund es bei eiweiss-shakes zu belassen.
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bei diesem ganzen körperkult sind - wie sooft in dieser, unserer gerontokratie - auch die alten ganz vorne nicht nur dabei, sondern mittedrin. hier wird bis zum herzkasper gesportelt und nordic gewalked bis der sensenmann die kiste zunagelt. damit geht aber auch eine ganz neue, eigene psysische selbstwahrnehmung einher. ich erinnere mich da immer gerne an den netten älteren herrn, der in geschwellter graumelierer brust gemächtwedelnd durch unsere umkleide swadoniert. anschliessend unterzieht er sich selbst vom ehemaligen haarsatz bis zu den zehenspitzen einer eingehenden nivea q10-massage. wer da noch meint, beckham habe die metrosexualität erfunden, irrt hier. dieser herr parktizierte dies bereist seit seinen frühen achtziger als man beckham noch für die korrekte englische überstezung für einen knackigen hinterschinken hielt und ein metrosexueller irgendeine perverse sau war, die dir in der u-bahn auflauert.
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und ich frage mich indes, wie sich ein listig kräuselndes schamhaar auf augenhöhe in die dusche kommt.
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< lyrikmodus an>
ein gedicht*:
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festgemauert in den genen<br>
steht die form in fleisch gebannt.<br>
esthetisch soll die hülle werden!<br>
schwergewichte in der hand!<br>
von der stirne heiss<br>
rinnen wird der schweiss,<br>
nur steroide halten meister oben,<br>
alles andere wär gelogen.<br>
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zu wegen die wir dort beschreiten<br>
geziemt sich wohl ernstes wort:<br>
wenn guter vorsatz sie begleitet,<br>
dann wohl ein guter sport.<br>
so kann man denn mit acht betrachten,<br>
was durch geringe kraft erwächst;<br>
den schwachen mann muss man verachten,<br>
der nie nach leistung hat gelechzt.<br>
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dies ist's ja, was den sportler zieret,<br>
und dazu ward ihm der verstand,<br>
um auch im geiste zu verspüren,<br>
was er geleistet mit der hand.<br>
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< lyrikmodus aus>
* frei nach friedrich schiller

 

mein liebesbekundung an heinz training!

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©h.p. | 15/04/2007</author>