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nervtötender tatort</title>

<start>münster ist nicht witzig.<br>
wer einmal eine länger zeit in der provinzhauptstadt der stoffeligen westfalen verbracht hat, weiß das zu genüge. gäbe es keine studenten hier mit all ihrer bundesimportierten unikultur, münster wäre ein überdimensioniertes dorf mit stieseligen ureinwohnern.
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nervtötender klamauk - münster tatortgerade deshalb erstaunt es mich immer wieder, wie wenig von dieser in dieser stadt grundverfestigten ernsthaftigkeit beim abdrehen des münster-tatorts übrig bleibt.<br>
während beim anblick anderentatorts verkniffene betroffenheitsgesichter aufgezogen werden als käme der ermittler just vom jahreskongress aidsinfizierter krebspatienten, brillieren axel prahl und jan josef liefers mit aufgetragen, flapsigen sprüchen; gerade so als wolle man sagen: wir westfalen sind gar nicht so & münsteraner dürfen das - sowieso. wir sind witzig und spritzing und können auch der übelsten situation noch was lustig-launiges abgewinnen. was glaubt ihr wie man hier sonst aufwachsen und überleben kann?! in dieser stadt des lebenwertest-awards. wenn auch nur in der kathegorie d.
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leider geht mit dieser münsteraner klamauknummer auch die schauspielerische authentizität dahin. nie während der zähen und unspannend dahin tröpfelnden 90 minuten des letztsonntagabendlichen tatorts aus der westfalenmetropole kann man liefers ernsthaft den pathologen boerne abnehmen. und der stets nörgelige exilierte hamburger kommissar thiel ist dicker aufgetragen als es ein ur-münsteraner je verkörpern könnte. besonders die fehlende ernsthaftigkeit macht das ganze zu einer /dick & doof/-nummer im ard-tatort-anstrich.<br>
das es hier durchaus auch auf einem mittelweg geht, zeigt das duo maximilian brückner und gregor weber als neues team des saarbrückener pendants. witzig, wenn witzig, ernst- und deshalb glaubhaft, wenn gefordert.
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die typsiche szenerie in heimelden tatort erstreckt sich im nervenden zuspiel harmloser spitzfindigkeiten zwischen dem fachidiotischen und elitären boerne (doof) und optisch vor sich hinmuffelnden thiel (dick). ersterer spiekt dabei sptzbübisch über die halbbrille auf seiner nasenspitze. viel mehr passiert auch meist nicht. hier stört keine komplexe handlung, es sei denn, sie ist so abstrus unlogisch konstruiert, dass man nach der ersten halbzeit schon keine lust hat mehr weiter zu folgen, zumal sich die macher auch nicht die mühe geben, eine - auch und gerade besonders für münsteraner - interessante szenerie in die kulisse zu setzen.<br>
statt dessen werden postkartenmotive und ausschliesslich bildmaterial mit dekorativem charakter zu genüge abgefahren, egal ob dann bei einer verfolgungsjagt auf dem halbplatten rad - hier jubiliert das münsteraner herz: nein, wie authentisch! - die eine gasse am rathaus rechts 10 m hoch und links wieder 10 m runter gefahren wird. mehr action ist einfach nicht drin in münster. sorry.<br>
die interessanten ecken von münster finden nur zu selten den weg auf das filmmaterial. dahingegen wird der dom, das rathaus und der prinzipalmarkt so oft im bild untergebracht, dass ein aussenstehender den eindruck bekommen könnte, münster hätte ausser diesen imposanten attraktionspunkten und der weitläufig umgebenden - aber langweiligen - parklandschaft, nichts zu bieten. gut, ein tator ist kein ansichtsmuster für städtereisen, aber etwas mehr kulisse hat die stadt schon noch zu bieten.
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auch ein spannungsbogen in der ablaufenden handlung wird schmerkzlich vermisst. lediglich zum sendungsende hin wird's vielleicht mal hecktisch, aber auch nur weil es eine vordeklinierte dramaturgie vorschreibt. aber ernsthaft in emotionale bedrängnis gerät der zuschauer nie, denn insgeheim ahnt man besonders als münsteraner: da passiert nix. hier passiert nie was.
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von jan josef liefers würde ich es nicht behaupten, aber axel prahl (/halbe treppe/) spielt hier auf jedem fall unter seinem niveau. warum das ausgerechtnet in einem tatort über meine wahlheimatstadt sein muss, weiss allein die produktionsfirma.

<author>
©h.p. | 19/03/2007</author>