<title>
von bucheckern und wölfen</title>

<start>ach ja, der herbst.<br>
jene wunderbare jahreszeit in der sich noch rüstige senioren gerne mal für eine handvoll bucheckern auf der hauptstraße von einem herannahmenden 18-tonner überrollen lassen - und damit einen wertvollen beitrag zur konsolidierung unseres rentensystems leisten.<br>
vielleicht sollten die städte und gemeinden dazu übergehen auch ausserhalb der goldenen jahreszeit bucheckern und kastanien auf den meistbefahrensten straßen der gemeinden auszustreuen, um dem demografischen faktor mehr zu einem kleinsten gemeinsamen vielfachen zu machen.

<p>

lennarddieheuschrecke
 

münsteraner heuschreckenart endeckt!

  

apropos stadt. [eine wunderbar aus dem zusammenhang gerissene delling'sche überleitung] in meiner stadt tobt momentan der zeitungskrieg:<br>
der dortmunder verleger lambert lensing--wolff - unter uns münsteranern besser bekannt als der wolff im heuschreckengewand - verspürt momentan wohl den innigen wunsch die vielfältige münsteraner medienlandschaft zu eine monokultur kastrieren zu wollen. nachdem er ja ende letzten jahres die lokalredaktion der münsterschen zeitung recht kalt abserviert hatte, scharrt der böse wolff nun schon mit beiden pfoten knurrend und gierig unter den nächsten blättern.<br>
okay, die mz-redaktion war nicht gerade für ihren knallhart-nachgefragt-jornalismus bekannt, aber es war ein nettes, harmloses lokalblättchen, das seinen auftrag über lokale neuigkeiten, attraktionen und kuriositäten zu berichten, recht ordentlich für ein paar jahrzehnte erfüllt hat. da wurde keine omma mit allzu reisserischen artikeln verschreckt. man fühlte sich schlichtweg ausreichend informiert. die mz traf mit ihrem provinziellen charme und ihrer verschnarchtheit genau den nerv des münsteraners.<br>
dass im zeitalter des internetalizing die auflage - auch - bei den zeitschriften zurückgeht, dürfte eine logische entwicklung sein. dafür aber eine redaktion verantwortlich zu machen, sieht eher nach einem gesuchten grund aus. vor allen dingen, wurden hier nicht nur die verantwortlichen köpfe ausgetauscht, sondern gleich die ganze 17-köpfige mannschaft. und das nachdem lensing-wolff schon seit ein paar jahren den chefstuhl inne hielt. es ist halt wohl ein gebot des kapitalismus und unserer zeit: manager fahren den karren in den dreck, bluten und zahlen dafür muss der arbeitnehmer, s. airbus, benq, siemens, t-mobile, ...<br>
seit der internen übernahme hat sich die mz jedenfalls noch nicht aus dem schattendasein der /zweitzeitung/, wie lensig-wolff sie gerne nennt, hervorarbeiten können. große konzeptionelle ideen und ein qualitätszuwachs weder inhaltlichen noch redaktionellen art sind für mich nicht erkennbar.

<p>
damit aber sollte lensing-woffs reise durch den lokalkapitalismus noch nicht beendet sein: laut meiner herzallerliebsten stadt-illu /ultimo/ soll auch denen ein angebot gemacht worden sein, welches dann aber doch noch recht schnell von der redaktion abwehrt werden konnte. ob bereits pferdeköpfe oder gammelige töttchen ihren weg ins bett des verantwortlichen redakteurs gefunden haben, ist nicht bekannt.<br>
jedenfalls kaufte l-w sich samt chefredakteur schrägstrich geschäftsführer [wolfram kiwit] - beide bekennede bvb-fans, aber das muss nichts heißen - daraufhin erfolgreich in die dachboden-agentur und herausgeber der /stadtgeflüster/ ein. ebenfalls ein vergleichsweise harmloses heftchen, das - unter der redaktionellen leitung von thorsten kambach - in der vergangenheit auch eher mit seichten geschichtchen und interviews aus dem lokalen geglänzt hatte. schmerzhaft erinnere ich mich da an das total investigative interview mit saskia sommer, der dame, die die reife leistung vollbracht hat in münster einen edelpuff zu etablieren. früher war sie ja zahnarzthelferin, hatte sich dann aber von einer anderen facette des /aus der hand in den mund/-business locken lassen. da wurd' auch ganz doll knallhart nachgefragt, z.B. nicht, warum so viele /mädchen/ total freiwillig aus osteuropa dort arbeiten. na ja, das nur so nebenbei.
<p>
 

von clownen umzingelt: die /na dann ... /

  

viel öffentlicher und skurriler als mit der /ultimo/ dagegen verläuft aktuell das lokalderby /na dann .../ versus /nanu/. /na nu?/, wird sich auch so mancher leser verdutzt gefragt haben: /eine na dann ... ohne kleinanzeigen und dafür aber mit ganzseitigen werbeflyern?/ und die geschichte wiederholt sich: auch hier konnte man sich bei der /na dann .../-redaktion irgendwie nicht so recht dazu entschließen ein rundum gelungenes taschenformat einfach so dem nächst besten dahergelaufenen verleger in den rachen zu werfen.<p>
trotzig reagierte lensing-wolff und flutet seit nunmehr vier wochen mit einer chinareife billigkopie der /na dann .../ den münsteraner markt - auch noch spitzbübisch mit /nanu/ betitelt. die anzeigen bekommt das dünne werbeheftchen /nanu/ aus der mz-redaktion zugeschossen. aus eins macht zwei, macht drei? mach schluss, lambert!
<p>
und weil man so der /na dann .../ und /ultimo/ bisher nicht so richtig das wasser abgraben konnte, klonte der pate von münster gleich nochmal sein eigenes bereits real existierendes groschenheft in wochenauflage und noch näher am original /na dann.../, freilich unter anderem namen: /wochenschau[r*]/. ein böser mensch wem da gleich das pre-orgastische geschnatter eines grövaz [= grösster verleger aller zeiten] im ohr klingelt, der sich macht seiner eigenen stimme von höhepunkt zu höhepunkt jubiliert. l-w fühlt sich übrigens gleich eva herman von der gleichgeschalteten presse völlig missbewertet und gibt sich leicht zickig beim interview mit der alliterativen klarissa kunze in der wolffsschnaze. [ach du sche..., schon wieder so ein nazi-terminus. oder hieß das schon vorher so?] überall nur sympathisanten und /verdrahtete/ seilschaften mit der vorherigen mz-redaktion.
<br>

lensing-wolff baut also auf die reproduktionsfähigkeit seiner maruska-puppen /mz/, /stadtgeflüster/, /wochenschau[r*]/ und /nanu/. aber: alles was drinsteckt ist genau das gleiche, wie das woraus es hervorgeht. nur eben eine nummer kleiner. dass die kopie eines erfolgreichen originals keine innovation darstellt, haben die chinesen teilweise schon begriffen, zugereiste verlagschefs müssen das erst noch lernen.
<p>
[* registriertes warenzeichen]
kommentar von thorsten kambach:
 

Lieber Blogger, leider erhielt ich von Dir auf eine Mail keine Antwort. Deine geistigen Ergüsse hätten die Tiefen deines geistigen Flusses besser nie verlassen. Zumindest wäre mir dann die unreflektierte Dummheit Deiner "Gedanken" erspart geblieben. Wenn ich Dich persönlich mal treffen würde, würde ich Dir sagen: komm laß´ uns mal ´n Tee trinken, Du 0. Wie wäre das, wir reden mal drüber, ich bin die Gemüsepfanne der Bloggerszene ... hooooo.. yeah.

Thorsten Kambach


   
  urteil der redaktion:
  Lustich.

 

 

 



<author>
©h.h. | 17/10/2007</author>